Der 2. Jenaer Backyard Ultra wurde für Steffen Heinze zu einem Debüt, das man so schnell nicht vergessen wird. Obwohl er zum ersten Mal an diesem besonderen Format teilnahm, kämpfte er sich beeindruckend bis in die absolute Spitze des Feldes vor – und erreichte am Ende mit 20 gewerteten Runden den zweiten Platz, direkt hinter Mike Kanbach, der die 21. Runde innerhalb der Zeit schaffte und sich damit den Sieg sicherte.
Ein Einstieg ins Unbekannte
Schon beim Start lag bei Steffen eine Mischung aus Neugier, Respekt und Vorfreude in der Luft. Das Backyard‑Format ist gnadenlos ehrlich: Jede Stunde eine neue Runde, immer wieder neu starten, immer wieder die Frage, wie lange Körper und Kopf mitspielen. Für ihn war es ein Experiment – wie weit würde er kommen, wie würde sich dieses ständige Reset anfühlen, wie würde sein Körper auf Pausen und Rhythmus reagieren.
Die ersten Runden – Finden des Flows
Die ersten Stunden verliefen bei Steffen erstaunlich ruhig. Er fand schnell seinen Rhythmus, die Strecke lag ihm, und die Atmosphäre unter den Läuferinnen und Läufern war angenehm entspannt. Man läuft nicht gegeneinander, sondern miteinander – zumindest am Anfang. Jeder weiß, dass der eigentliche Gegner erst später kommt: Müdigkeit, Zweifel, die Uhr.
Der Wettkampf beginnt
Ab Runde 11 wurde es ernst. Die Gespräche verstummten, die Schritte wurden konzentrierter. Steffen zeigte, dass er noch Reserven hatte, und stellte sich mental auf die langen Stunden ein. Runde um Runde arbeitete er sich vor, und irgendwann war klar: Er läuft ganz vorne mit.
Die entscheidenden Stunden
Mit der 16. Runde überschritt das Feld die 100‑km‑Marke – und es war bereits stark ausgedünnt. Die Pausen wurden kürzer, die Beine schwerer, der Kopf lauter. Doch Steffen blieb fokussiert. Die 20. Runde wurde zu einem echten Kraftakt, aber er brachte sie rechtzeitig ins Ziel.
Für die 21. Runde trat er noch einmal an, schaffte sie jedoch nicht mehr innerhalb des Zeitlimits von einer Stunde. Damit ging der Sieg an den Vorjahressieger Mike Kanbach, der beeindruckende Stärke zeigte und sich den Erfolg hoch verdient holte. Steffen selbst war erschöpft, aber zufrieden. 21 Runden bei seinem ersten Backyard – ein starkes Debüt.
Fazit – Ein faszinierendes Format
Der Backyard Ultra hat Steffen sichtbar begeistert. Dieses Wechselspiel aus Belastung und Erholung, aus Einsamkeit auf der Strecke und Gemeinschaft im Startbereich, aus körperlicher Härte und mentaler Strategie – all das macht den Reiz aus. Sein zweiter Platz fühlt sich an wie ein Sieg.
